Rezension: "Pandemonium" von Lauren Oliver



dieses Buch ist Teil einer Reihe und enthält Spoiler, falls du das vorhergehende Buch noch nicht gelesen haben solltest.


Randdaten:
Originaltitel: Pandemonium
Deutscher Titel: Pandemonium
Verlag: Carlsen
Seiten: 352
Genre: Dystopie
Reihe: Amor-Trilogie Band 2

Nachdem Lena über den Zaun in die Wildnis geflohen ist wird sie von Invaliden gefunden, die sich ihrer annehmen. Lena fällt es nicht leicht sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden und außerdem noch das Vertrauen ihrer Verbündeten zu gewinnen.
Gemeinsam schließen sie sich einer Widerstandsbewegung an, die sie wieder in die Gesellschaft einschleust. Dort soll sie Julian, den Sohn ihres größten Feindes beschatten und wird bei diesem Versuch gefangen genommen. Außerdem gibt es einige Vorkommnisse, die Lena zweifeln lassen, wer der wirkliche Feind ist.


Ich finde die Deutschen Cover einfach immernoch zu schön, als dass mir die Englischen wirklich zusagen könnten. Vor allem bei diesem zweiten Band gefällt mir das Englische ungefähr gar nicht. Was soll das überhaupt darstellen? Sieht irgendwie aus wie ein Kaktus-Lady-Gaga-Kleid oder so? Vielleicht mag mich jemand aufklären? 

Nachdem wir nun Alex angeschossen hinter dem Zaun zurücklassen mussten, war ich gespannt wie es denn nun weitergehen würde. Klar wird Lena zu Anfang erzählt Alex sei tot, aber wer glaubt das schon wirklich? Naja wie auch immer, jedenfalls glaubt Lena, dass Alex tot ist. Dass sie ziemlich leichtgläubig ist, hatte ich ja schon bei "Delirium" angemerkt.
Zu Beginn von Pandemonium wurde sie mir aber zum ersten Mal wirklich unsympathisch, als sie sich in das gemachte Nest der Invaliden gesetzt hat und sich ungefähr geweigert hat, mitzuhelfen. Das ändert sich aber zum Glück im Laufe des Buches.
Auch ist sie nicht gerade ein "Schnellchecker". Da gab es so manche Stelle, an der ich ihr am liebsten zugeschrien hätte, was sie tun soll, aber etwa 20 Seiten später ist sie dann auch mal selber drauf gekommen. Immerhin.
Ihre Naivität legt sie leider gar nicht ab und das wird ihr auch noch zum Verhängnis, aber dazu will ich euch ja nicht spoilern.
Pandemonium wird aus zwei Perspektiven von Lena beschrieben: Einmal das "damals", als sie gerade zu den Invaliden stößt und zweitens das "jetzt", wo sie als Widerständlerin wieder in der Gesellschaft lebt. Diese Idee hat mir sehr gut gefallen, da man die ganze Zeit nachdenkt, was wohl dazwischen passiert ist und sich die Lücken durch diese Perspektivwechsel langsam füllen.
Gleichzeitig habe ich aber auch ein paar Probleme mit dem Schreibstil, oder zumindest mit der Logik in diesem Buch. Zum einen denkt Lauren Oliver offensichtlich wir wären auch so vergesslich wie Lena, denn sie erinnert uns an Gespräche, die etwa fünf Seiten zuvor stattgefunden haben, indem sie schreibt "Ich erinnere mich, wie sowieso davon erzählt hat". Ja, ich erinnere mich auch, aber eigentlich auch ohne Hilfe. Trotzdem danke für diesen dezenten Hinweis, dass dieses Gespräch wichtig gewesen sein könnte.
Auch finde ich es unlogisch, dass Lena, die sonst doch eher etwas langsam mit ihren Gedanken ist, auf einmal in regelrechter Panik und Hektik Dinge wahrnimmt, die sie sonst wahrscheinlich nach dem zehnten Mal hinsehen erst verstehen würde. Wenn man gefangen genommen wird kann man sich doch keine mehrstellige Zahlenkomnination merken, die man nur eine Sekunde zu Gesicht bekommt. Dazu kommt noch, dass sie in dem Moment vollkommen unrelevant ist. Also warum merkt sie sich ausgerechnet die Zahl, die später auf einmal wichtig ist? Ziemlich unrealistisch in meinen Augen, aber ich will mal nicht so sein. Aber naja, das ist auch eigentlich alles was ich an diesem Buch zu bemängeln habe.
Ansonsten fand ich Pandemonium, auch wenn meine Kritik viel größer ausfällt, viel spannender als Delirium! Es geschieht viel mehr, die Charaktere sind viel lebhafter, weil sie ja nunmal alle nicht "geheilt" sind und somit so trübe durch die Gegend wadern. Die ganze Geschichte ist irgendwie runder und tiefgründiger und ganz einfach packender. Vor allem ab dem Zeitpunkt, als Lena entführt wird, ist es im Grunde konstant spannend, wobei ich mich da immer mehr auf die "jetzt" Abschnitte gefreut habe. Vor der Entführung fand ich die "damals" Abschnitte interessanter, also mochte ich eigentlich beide Perspektiven ganz gerne.
Ich finde es generell gut, dass Lauren Oliver sich nicht dafür entschieden hat, die Geschichte von zwei verschiedenen Personen erzählen zu lassen, denn das hängt mir mitlerweile wirklich zum Hals raus.

Pandemonium hat mir alles in allem sehr gut gefallen. Ich hatte zwar so einige Probleme mit gewissen Szenen, dem Schreibstil und Lena, aber im großen und ganzen hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Der Spannungsbogen wurde gut gehalten und ich habe es auch ziemlich zügig durchgelesen, was auch für sich spricht. Da es am Ende natürlich wieder einen Cliff-hanger gab, werde ich mir vermutlich nächsten Monat den dritten Teil zulegen müssen. Diesen Monat habe ich mich ja bisher erfolgreich an mein Buchkaufverbot gehalten und ich hoffe, dass Lauren Oliver das jetzt nicht zu nichte macht. Pandemonium hat mir etwas besser gefallen als Delirium, aber da ich eben doch einige Kritikpunkte habe, komme ich wieder bei 4 von 5 Herzen raus.



Band 1: Delirium
Band 3: Requiem

Kurzgeschichten:
Annabell (0.5)
Hana (1.5)
Raven (2.5)
Alex (3.5)


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Kommentare:

  1. Huhu,
    mich konnte Delirium ja nicht wirklich überzeugen, weil ich es einfach irgendwann zu langweilig fand. Daran, dass das an den "Geheilten" liegen könnte hab ich noch gar nicht gedacht. Allerdings kommt mir das ziemlich logsich vor. (Ja, ich komm von allein nicht so schnell auf logische Ansätze :D)
    Und wenn hier die Spannung gehalten wird, dann muss ich Pandemonium vielleicht doch noch lesen.
    Mir gefallen übrigens die deutschen Cover auch viel besser. :)

    LG, Nina

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    1. Hallo Nina,

      danke für deinen Kommentar! :)
      Ja es stimmt schon, dass es nicht unbedingt "spannend" ist, aber mir hat einfach die gesamte Idee ganz gut gefallen. Also ich finde du solltest Pandemonium vielleicht noch eine Chance geben :) Es passiert viel mehr und diesmal kommen auch nicht so viele Geheilte vor ;)

      Liebe Grüße
      Lisa

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  2. Sehr schöne Rezi :)

    Meine Meinung kennst du ja bereits :).

    Liebe Grüße

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